Stillende – Alter 35-50 Jahre

Der nachfolgend dargestellte Mehrbedarf für die am schlechtesten versorgten Stillenden errechnet sich aus dem Abstand zwischen dem Versorgungszustand und der Zufuhrempfehlung (D-A-CH-Referenzwerte) der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für jeden Mikronährstoff.

Da die NVS II keine gesonderten Angaben zum Versorgungszustand von Stillenden macht, diese aber nach DGE einen Mehrbedarf für viele Mikronährstoffe haben, wurde dieser Mehrbedarf auf die Versorgungslücken aufaddiert. Somit entsteht für Stillende teilweise eine höhere Versorgungslücke als für nicht Stillende.

Da sich die Zufuhrempfehlungen an den Bedarf von gesunden und normalgewichtigen Menschen orientieren, kann der berechnete Mehrbedarf für einen Mikronährstoff im Individualfall auch höher ausfallen, als er in dieser Tabelle zum Ausdruck kommt. Der individuelle Bedarf kann (z. B. wg. Ernährungsweise, Genussmittelkonsums, Dauermedikation etc.) über den Zufuhrempfehlungen der DGE liegen.

Makro- und Mikronährstoffe (Vitalstoffe) Referenzwerte der DGE (Zufuhr/Tag) Personen (%)
oberhalb (+)
bzw.
unterhalb (-)
Referenzwert*
Mehrbedarf für die am schlechtesten versorgten 5 % der Fallgruppe (P5)
Energie 1.800 kcal 9
Zuschlag volles Stillen + 500 kcal 10
Fett 30-35 % der Energie
Kohlenhydrate 50 % der Energie
Protein 63 g 1 - 13,0 23,7g
Vitamin A 1.500 µg (RE) 2 - 7,4 800 µg
Vitamin C 150 mg - 30,3 99 mg
Vitamin E 17 mg 3 - 50,7 11,2 mg
Vitamin D 20 µg 5 - 100,0 6
19,2 µg 6
Vitamin B1
(Thiamin)
1,4 mg - 30,4 0,7 mg
Vitamin B2
(Riboflavin)
1,6 mg - 25,0 0,8 mg
Niacin
(Nicotinamid, Vitamin B3)
17 mg - 1,1 0,3 mg
Vitamin B6
(Pyridoxin)
1,9 mg - 12,5 0,9 mg
Vitamin B12
(Cobalamin)
4 µg 4 - 24,5 2,2 µg
Folsäure 450 µg (FÄ) 7 - > 50
316 µg
Kalium 4.400 mg - 85,9 2.530 mg
Calcium 1.000 mg - 48,8 470 mg
Magnesium 390 mg - 21,8 159 mg
Eisen 20 mg - 75,4 12,7 mg
Jod 260 µg - 54,7 8 149 µg 8
Zink 11 mg - 17,6 5,7 mg

* Diese Angaben beziehen sich auf Nicht-Stillende derselben Altersgruppe

  1. Ca. 2 g Protein-Zulage pro 100 g sezernierte Milch
  2. Ca. 70 µg RE-Zulage pro 100 g sezernierte Milch
  3. Ca. 260 µg RRR-alpha-Tocopherol-Äquivalente-Zulage pro 100 g sezernierte Milch
  4. Ca. 0,13 µg Vitamin B12-Zulage pro 100 g sezernierte Milch
  5. Die Vitamin D-Zufuhr über die Ernährung mit den üblichen Lebensmitteln (2 bis 4 μg pro Tag) reicht nicht aus, um den Schätzwert für die angemessene Zufuhr bei fehlender endogener [= körpereigener] Synthese zu erreichen. Die Differenz zum Schätzwert muss über die endogene Synthese und/oder über die Einnahme eines Vitamin D-Präparats gedeckt werden (DGE 2012).
  6. Unter Einbeziehung der körpereigenen Vitamin D-Synthese erreichen mehr als 50 % der Bevölkerung nicht den empfohlenen unteren Schätzwert von 50 nmol Vitamin D je Liter Blut (DGE 2012, nach Daten des Robert Koch-Instituts).
  7. 300 μg Folsäure in Form von Pteroylmonoglutaminsäure entsprechen – zu einer Mahlzeit verzehrt – in ihrer Wirksamkeit 510 μg Folat aus konventioneller Ernährung (Nahrungsfolat). In der Stillzeit sollte eine Zufuhr von täglich mindestens 450 µg Nahrungsfolat erfolgen (DGE).
  8. Unter Berücksichtigung der Zufuhr über jodiertes Speisesalz.
  9. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nutzt aufgrund der weitverbreiteten geringen körperlichen Aktivität und des häufigen Übergewichts für Berechnungen, in denen Richtwerte für die Energiezufuhr von Erwachsene zugrunde gelegt werden, Daten, die sich aus einem PAL von 1,4 ergeben. (PAL = Physical Activity Level = Maß für die körperliche Aktivität). Deswegen wird in dieser Tabelle nur der Wert für ein PAL von 1,4 angegeben.
  10. Bei ausschließlichem Stillen während der ersten 4-6 Monate.
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