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Ginkgo – Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Einnahme folgender Medikamente sollte die Anwendung Ginkgo-haltiger Präparate nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen: 

  • Gerinnungshemmer wie Phenprocoumon oder Warfarin
  • direkte orale Antikoagulanzien wie Dabigatran, Apixaban oder Rivaroxaban
  • Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalicylsäure oder Clopidogrel [1]

Kontrollierte Studien mit standardisierten Ginkgo-Extrakten zeigen zwar kein eindeutig erhöhtes Blutungsrisiko [2]. Es liegen jedoch einzelne Fallberichte über Blutungen vor [3].

Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen können das Risiko für Blutungen im Magen-Darm-Bereich erhöhen. Bei gleichzeitiger Einnahme von Ginkgo könnte sich dieses Risiko möglicherweise verstärken [5, 9]. Dies ist besonders bei älteren Menschen, früheren Magen- oder Darmgeschwüren sowie bei zusätzlicher Einnahme gerinnungshemmender Medikamente zu beachten.

Ginkgo kann Enzyme in der Leber beeinflussen, die am Abbau von Arzneimitteln beteiligt sind. Dazu gehören insbesondere CYP2C19, CYP3A4 und CYP2C9 [4, 5].

Dadurch können Medikamente möglicherweise schneller oder langsamer abgebaut werden. Die klinische Bedeutung ist nach bisherigem Kenntnisstand meist gering. Eine Untersuchung mit einem standardisierten Ginkgo-Arzneimittelextrakt in einer Tagesdosis von 240 mg zeigte keinen klinisch relevanten Einfluss auf die wichtigsten CYP-Enzyme [5].

Bedeutender kann der Einfluss jedoch bei Arzneimitteln mit enger therapeutischer Breite sein, bei denen bereits kleine Änderungen des Wirkstoffspiegels zu einem Wirkverlust oder zu Nebenwirkungen führen können. Dazu zählen beispielsweise bestimmte Medikamente gegen Epilepsie, einige Psychopharmaka, Immunsuppressiva sowie einzelne Arzneimittel aus der Krebstherapie. In diesen Fällen sollte die gleichzeitige Einnahme von Ginkgo mit einem Arzt oder Apotheker abgestimmt werden.

Hinweis: Die bisherigen Untersuchungen beziehen sich überwiegend auf standardisierte Ginkgo-Arzneimittelextrakte (übliche Tagesdosis: 240 mg eines definierten Ginkgo-Trockenextrakts). Bei Nahrungsergänzungsmitteln können Art und Menge des verwendeten Extrakts abweichen, sodass sich die Ergebnisse nicht ohne Weiteres übertragen lassen.

Literatur

  1. European Medicines Agency. European Union herbal monograph on Ginkgo biloba L., folium. EMA/HMPC/321097/2012. 2015.
  2. Kellermann AJ, Kloft C. Is there a risk of bleeding associated with standardized Ginkgo biloba extract therapy? Pharmacotherapy. 2011;31(5):490-502. doi:10.1592/phco.31.5.490.
  3. Bent S, Goldberg H, Padula A, Avins AL. Spontaneous bleeding associated with Ginkgo biloba. J Gen Intern Med. 2005;20(7):657-661. doi:10.1111/j.1525-1497.2005.0121.x.
  4. Unger M. Pharmacokinetic drug interactions involving Ginkgo biloba. Drug Metab Rev. 2013 Aug;45(3):353-85. doi: 10.3109/03602532.2013.815200. 
  5. Zadoyan G, Rokitta D, Klement S, Dienel A, Hoerr R, Gramatté T, Fuhr U. Effect of Ginkgo biloba special extract EGb 761® on human cytochrome P450 activity: a cocktail interaction study in healthy volunteers. Eur J Clin Pharmacol. 2012 May;68(5):553-60. doi: 10.1007/s00228-011-1174-5.

Literatur

  1. European Medicines Agency (EMA): European Union herbal monograph on Ginkgo biloba L., folium – Final 2015
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