Wasserhaushalt

Wasser ist im engeren Sinne kein Nährstoff, denn es liefert keine Energie. Der erwachsene Körper besteht zu 60-70 % aus Wasser. Der Wassergehalt eines Menschen ist abhängig vom Alter, Körpergewicht und Geschlecht. Ungefähr drei Viertel des Wassers befinden sich im Intrazellulärraum, das heißt innerhalb der Zellen, der Rest zirkuliert außerhalb der Zellen (extrazellulär). Muskeln bestehen zu 77 % aus Wasser. Das Fettgewebe hat einen Wasseranteil von 10-15 % Wasser.

Funktionen

Wasser ist die Voraussetzung für zahlreiche Stoffwechselvorgänge:

  • Lösungs- und Transportmittel
  • Strukturbestandteil von Eiweißen (Proteinen) und Vielfachzuckern (Polysaccharide; komplexe Kohlenhydrate)
  • Ausgangsstoff für enzymatische Reaktionen bzw. ist deren Endprodukt
  • Schutz vor Absinken der Körpertemperatur als auch vor Überhitzung
  • Lebensnotwendig für den Säure-Basen- und Elektrolyt-Haushalt (Salz-Haushalt)
  • Ausscheidungs- und Entgiftungsfunktionen der Nieren

Zufuhr und Ausscheidung

Der Organismus passt die Wasserabgabe der Flüssigkeitszufuhr an, damit die Wasserbilanz ausgeglichen ist.Der Wasserbedarf ist von verschiedenen Faktoren abhängig: Körpergewicht, Ernährung (Diät, erhöhte Natriumaufnahme (Kochsalzaufnahme), hohe Proteinzufuhr), Klima (Hitze, Kälte), Flüssigkeitsverlusten (Fieber, Diarrhoe (Durchfall), Emesis (Erbrechen)) etc. und nimmt bezogen auf das Körpergewicht mit dem Alter ab [1].

Die Wasserzufuhr setzt sich wie folgt zusammen [1]:

Getränke 1.440 ml/Tag
Wasser in fester Nahrung1 875 ml/Tag
Oxidationswasser2 335 ml/Tag
Gesamtwasserzufuhr3
2.650 ml/Tag

1Bei einer üblichen Nahrungszusammensetzung kann davon ausgegangen werden, dass je zugeführter Kalorie etwa 0,33 ml Flüssigkeit in der Nahrung enthalten sind.
2Oxidationswasser = Wasser, das bei der Verstoffwechselung von Nährstoffen entsteht: Protein 58 g/Tag (9 % der Gesamtenergie), Fett 80 g/Tag (27 %), Kohlenhydrate 407 g/Tag (63 %)
31 ml/kcal
[1]

Menge und Weg der Wasserausscheidung werden durch die körperliche Aktivität, der Zusammensetzung der Nahrung und der Körper- und Außentemperatur beeinflusst. Wie viel Wasser über die Nieren ausgeschieden wird, ist abhängig von der Menge harnpflichtiger Substanzen wie Stoffwechselendprodukten (z. B. Harnstoff) und Fremdstoffen (z. B. Medikamente).
Der Darm gibt täglich mehr als 5 Liter Verdauungssäfte ab. Der größte Teil davon wird wieder aufgenommen, so dass über den Stuhl nur wenig ausgeschieden wird.
Auch die Menge der Wasserabgabe über die Lunge ist variabel und hängt unter anderem von der Temperatur der Umgebungsluft ab. Verbrennungen und starkes Schwitzen erhöhen die Wasserabgabe über die Haut.
 
Die Wasserabgabe ergibt sich aus [1]:

Ausscheidung durch die Nieren als Urin1 1.440 ml/Tag
Ausscheidung durch den Darm als Bestandteil des Kots 160 ml/Tag
Ausscheidung über die Schweißdrüsen der Haut durch Verdunstung 550 ml/Tag
Ausscheidung über die Lunge durch den Feuchtigkeitsgehalt der ausgeatmeten Luft 500 ml/Tag
Gesamtwasserabgabe 2.650 ml/Tag

1Das Urinvolumen entspricht dem Trinkvolumen [1].

Die oben aufgeführten Angaben zur Wasserbilanz ("Wasserzufuhr" und "Wasserabgabe") gelten für den Durchschnitt der Erwachsenen aus der Altersgruppe 19 bis unter 51 Jahre, bei einem Energieumsatz von 2.650 kcal und durchschnittlichen Klimabedingungen in Deutschland [1].

Literatur

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 2. Auflage, 1. Ausgabe 2015
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