Chlorid

Versorgungssituation

In der Nationalen Verzehrsstudie II (NVS II, 2008) wurde Chlorid nicht erfasst. Bezüglich der Zufuhr von Chlorid in der deutschen Bevölkerung existieren keine repräsentativen Zufuhrdaten.

Anhand der Natriumzufuhr (für die Daten aus der NVS II vorliegen) kann auf die Chloridzufuhr in der deutschen Bevölkerung geschlossen werden, da Chlorid fast ausschließlich in Verbindung mit Natrium (NaCl) aufgenommen wird [1, 2].

Für Chlorid wurden die Referenzwerte von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) 2016 überarbeitet. Nun wird ein Schätzwert für eine angemessene Chlorid zufuhr für Frauen und Männer angegeben, während es sich zuvor um einen Schätzwert für eine minimale Zufuhr handelte.

Zur Versorgungssituation lässt sich feststellen:

  • Die Zufuhrempfehlung für Chlorid wird von Männern in allen Altersklassen erreicht.
  • Bei den Frauen erreichen nur 10 % die empfohlene tägliche Zufuhr von Chlorid nicht.
    • Den am schlechtesten versorgten Frauen fehlen 531 mg Chlorid. Dies entspricht einem täglichen Fehlbetrag von 23 % der empfohlenen Zufuhrmenge.
  • Schwangere und Stillende haben keinen Mehrbedarf an Natrium gegenüber ihren nicht-schwangeren bzw. nicht-stillenden Altersgenossen. Somit gilt für sie dieselbe Versorgungssituation wie bei den nicht-schwangeren bzw. nicht-stillenden Frauen.
  • In Deutschland wird Natrium zu 80 bis 90 % als Natriumchlorid (Kochsalz) aufgenommen. Die von der DGE als akzeptabel angesehene Menge von 6 g Kochsalz pro Tag (entsprechend 3,6 g Chlorid) wird in der deutschen Bevölkerung von der Mehrheit überschritten.

Da sich die Zufuhr-Empfehlungen der DGE an dem Bedarf von gesunden und normalgewichtigen Menschen orientieren, kann ein individueller Mehrbedarf (z. B. wg. Ernährungsweise, Genussmittelkonsums, Dauermedikation etc.) über den Zufuhr-Empfehlungen der DGE liegen.

Literatur

  1. DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung), ÖGE (Österreichische Gesellschaft für Ernährung), SGE (Schweizer Gesellschaft für Ernährungsforschung), SVE (Schweizer Vereinigung für Ernährung) (Hrsg.); Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr; Umschau/Braus, Frankfurt a.M. 2000
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung: Domke A., Großklaus R., Niemann B., Przyrembel H., Richter K., Schmidt E., Weißenborn A., Wörner B., Ziegenhagen R. (Hrsg.); Verwendung von Mineralstoffen in Lebensmitteln – Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte Teil 2.; BfR-Hausdruckerei Dahlem, 2004
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