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Chlorid

Chlor stellt ein für den Menschen lebensnotwendigen (essentiellen) Mineralstoff dar. 

Vorkommen von Chlorid

In der Natur kommt Chlor aufgrund seiner hohen Reaktivität nur gebunden in Form von Chloriden vor. Chlorid selbst ist negativ geladen und benötigt immer ein positiv geladenes Kation. Die bekannteste Verbindung der Chloride ist Kochsalz (Natriumchlorid).

Kochsalz stellt die Hauptquelle der Chlorid-Zufuhr für den Menschen dar [1]. Dabei enthalten unverarbeitete Lebensmittel in der Regel weniger Chlorid als verarbeitete und pflanzliche Lebensmittel weniger als tierische [1].

Aufnahme von Chlorid

Chlorid wird im gesamten Darmkanal (Intestinaltrakt) nahezu vollständig aufgenommen. Chlorid sorgt mit weiteren Elektrolyten dafür, dass zwischen dem Zellinnen und -außenraum eine gewisse Grundspannung vorliegt. 

Daher ist die Chlorid-Aufnahme eng an die Aufnahme von Natrium und Kalium gekoppelt, um eine elektrische Neutralität in den Flüssigkeitskompartimenten zu gewährleisten [1, 2]. Die Aufnahme von Chlorid erfolgt zusammen mit Natrium und Kalium und ist weitestgehend unabhängig von der zugeführten Dosis [1].

Verteilung von Chlorid im Körper

Der Gesamtbestand an Chlorid im menschlichen Körper beträgt ca. 100 Gramm bzw. 1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht [1, 2]. Chlorid ist das häufigste negativ geladene Ion, der sich außerhalb der Zelle befindenden Flüssigkeit (extrazelluläre) und dort zu ca. 85 % vertreten.

Besonders hohe Konzentrationen an Chlorid finden sich in der Gehirnflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) sowie in den Verdauungssekreten, v. a. in Form von Salzsäure im Magen [1, 3]. Im Blutplasma liegt eine Chlorid-Konzentration von ca. 104 Millimol pro Liter vor. Der Chlorid-Gehalt innerhalb der Zelle ist mit 4 Millimol pro Liter gering [2].

Ausscheidung von Chlorid

Die Ausscheidung von Chlorid erfolgt hauptsächlich über die Niere [1, 2]. Es können jedoch auch größere Mengen über den Stuhl (Fäzes) und den Schweiß verloren gehen. Der menschliche Körper verfügt über eine äußerst effiziente Rückresorption. Nur 1 % des durch die Niere filtrierten Chlorids wird über den Urin ausgeschieden [1].

 

Literatur

  1. Hahn A., Ströhle A., Wolters M; Ernährung – Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2006

  2. Biesalski H. K., Fürst P., Kasper H. et al. (2004) Ernährungsmedizin. Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer. 3. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart

  3. DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung), ÖGE (Österreichische Gesellschaft für Ernährung), SGE (Schweizer Gesellschaft für Ernährungsforschung), SVE (Schweizer Vereinigung für Ernährung) (Hrsg.); Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr; Umschau/Braus, Frankfurt a.M. 2000

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