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Johanniskraut – Wechselwirkungen

Wegen der möglichen schweren Interaktionen (Wechselwirkungen) mit anderen Medikamenten kann die Einnahme von Johanniskraut gefährlich sein.

Beim Abbau von Medikamenten bzw. deren Wirkstoffen spielen Enzyme, genauer gesagt die Enzyme der sogenannten Cytochrom-P450-Gruppe (CYP), eine wichtige Rolle. Ihre Aktivität kann durch andere Substanzen beeinflusst werden. Je nachdem wird die Wirkzeit von Medikamenten verlängert oder verkürzt.

  • Werden Enzyme der Cytochrom-P450-Gruppe (CYP) inhibiert (Inhibition/Hemmung), wird der Abbauprozess des Wirkstoffs verlangsamt und die Konzentration im Blut steigt an. Dadurch kann es zu verstärkten Nebenwirkungen kommen.
  • Werden Enzyme der Cytochrom-P450-Gruppe (CYP) induziert (Induktion/Aktivität des Enzyms wird gesteigert), kommt es zu einem schnelleren Abbau des Wirkstoffs. Dadurch kann sich die Wirkung des Medikamentes vermindern.

Der Wirkstoff Hyperforin induziert (erhöht die Aktivität) die Enzyme CYP3A4 und CYP3A5 sowie P-Glykoprotein. Dieses führt zu einer rascheren Metabolisierung (Verstoffwechselung) und geringeren Wirksamkeit aller Arzneistoffe, deren Stoffwechsel durch die genannten Enzyme beeinflusst wird, vor allem aber folgender Wirkstoffe:

  • Antidepressiva – Aminotriptylin, Nortriptylin
  • Antihypertonika (blutdrucksenkende Mittel) – Verapamil
  • Antikoagulantien (Gerinnungshemmer) – Abschwächung der Wirkung von Phenprocoumon (Produktnamen: Marcumar, Falithrom) und Warfarin (Produktnamen: Coumadin, Marevan) [6]
  • Antiretrovirale Wirkstoffe (Anti-HIV-Arzneimittel) – Proteinase-Inhibitoren wie Indinavir, Non-Nucleosid-Reverse-Transcriptase-Inhibitoren wie Nevirapin → verminderte Plasmakonzentrationen mit eventueller Resistenzentwicklung [8]
  • Benzodiazepine – Midazolam
  • Herz-Kreislauf-Mittel – Abschwächung der Wirkung von Digoxin (Herzglykosid zur Therapie der Herzinsuffizienz/Herzschwäche und bei tachykarden Herzrhythmusstörungen/Herzrhythmusstörung mit über 100 Schlägen pro Minute) [5]
  • Hormonelle Kontrazeptiva (Antibabypille) – Abschwächung der Wirkung durch verminderte Hormonkonzentration möglich (= Verlust des empfängnisverhütenden Effektes); auch Zwischenblutungen sind möglich
  • Immunsuppressiva (Substanzen, welche die Funktionen des Immunsystems vermindern) – Cyclosporin, Sirolimus, Tacrolimus
  • Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (engl. Serotonin Reuptake Inhibitor, SRI) – verstärkte serotonerge Effekte bei Kombination mit SSRI (engl. Selective Serotonin Reuptake Inhibitors; deutsch: ) und SSNRI (engl. Selective Serotonin-Norepinephrine Reuptake Inhibitors; deutsch: Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer). Es besteht die Gefahr des Serotoninsyndroms.
  • Statine – Simvastatin
  • Theophyllin [4]
  • Zytostatika (Chemotherapeutika) – Irinotecan (aus der Gruppe der Topoisomerase-Hemmer), Imatinib (Proteinkinaseinhibitor)

Die erhöhte Enzymaktivität kehrt eine Woche nach Absetzen des Johanniskrautpräparates wieder auf Normalniveau zurück.

Literatur

  1. Pahlow M: Das große Buch der Heilpflanzen. Nikol-Verlag. August 2013
  2. Chevallier A: Das große Lexikon der Heilpflanzen. Dorling Kindersley Verlag GmbH. März 2017
  3. Frohne D: Heilpflanzenlexikon. Ein Leitfaden auf wissenschaftlicher Grundlage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart. 9. Auflage, 2021
  4. Nebel A et al.: Potential metabolic interaction between St John’s wort and theophylline. Ann Pharmacother. 1999 Apr;33(4):502. doi: 10.1345/aph.18252.
  5. Johne A et al.: Interaction of St John’s wort extract with digoxin. In: Jahreskongress
    für klinische Pharmakologie. Berlin, 1999.
  6. Ernst E: Second thoughts about safety of St John’s wort. Lancet. 1999 Dec 11;354(9195):2014-6. doi: 10.1016/S0140-6736(99)00418-3.
  7. Lantz MS, Buchalter E, Giambanco V: St John’s wort and antidepressant drug interactions in the elderly. J Geriatr Psychiatry Neurol. Spring 1999;12(1):7-10. doi: 10.1177/089198879901200103.
  8. Piscitelli SC et al.: Indinavir concentrations and St John’s wort. Lancet. 2000 Feb 12;355(9203):547-8. doi: 10.1016/S0140-6736(99)05712-8.
  9. World Health Organization (WHO): WHO Monographs on Selected Medicinal Plants – Volume 2 – Herba Hyperici. 2002.
  10. European Medicines Agency (EMA): Community herbal monograph on Hypericum perforatum L., herba (well-established medicinal use) – Final 2009
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