Fluorid

Definition, Resorption, Transport und Verteilung

Fluor ist ein essentielles Spurenelement mit dem Symbol F und zählt zu den Halogenen. Aufgrund seiner hohen Reaktivität kommt das gasförmige Element Fluor in der Natur nicht frei sondern nur in gebundener Form als Fluorid vor. Dabei bildet Fluor mit Metallen wie Natrium, Kalium oder Magnesium Fluoride (NaF, KF, MgF2) welche in geringen Mengen überall verbreitet sind [1]. In Lebensmitteln liegt der Fluoridgehalt meist unter 1 mg/kg. Fluoridreicher sind u. a. Fisch, Walnüsse und Teeblätter.

Resorption

Das mit der Nahrung aufgenommene Fluorid wird zu einem wesentlichen Teil bereits im Magen nach Umwandlung in Flusssäure mittels passiver Diffusion resorbiert (aufgenommen). Die restlichen 60 % des Nahrungsfluorids werden im Dünndarm ebenfalls über passive Diffusion aufgenommen [1]. Wasserlösliches Fluorid wie z. B. Natriumfluorid wird fast vollständig über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen während Calcium, Magnesium oder Eisen die Bioverfügbarkeit von Fluorid vermindern können [2]. Calciumfluorid wird z. B. deutlich langsamer und unvollständiger resorbiert [3].

Transport

Nach der Aufnahme über den Magen und Dünndarm gelangt Fluorid zum Großteil an Proteine gebunden zu den Zielorganen. Nur ein kleiner Teil des Fluorids im Blutplasma liegt frei vor [1]. Durch die schnelle Aufnahme von Fluorid in Knochen und Zähne und die langsame Aufnahme in die Weichgewebe wie Herz und Leber wird die Fluoridkonzentration im Blutplasma in engen Grenzen konstant gehalten [3].

Verteilung

Der Gesamtbestand an Fluor im menschlichen Körper beträgt 2,5 bis 4 g [1]. Davon befinden sich 99 % im Knochenskelett und den Zähnen, wo Fluor als schwerlösliches Fluorhydroxyapatit vorliegt [3]. Somit stellt das Fluorhydroxyapatit in Knochen und Zähnen auch die Speicherform für Fluorid im menschlichen Körper dar. Die restlichen 1 % befinden sich in den übrigen Geweben, wie z. B. Leber und Herz sowie im Extrazellulärraum (Blutplasma).

Ausscheidung

Die Ausscheidung von Fluorid erfolgt fast ausschließlich mit dem Urin über die Niere. Nur ein geringer Teil wird mit den Fäzes (Stuhl) ausgeschieden [2, 3]. Die Höhe der ausgeschiedenen Menge richtet sich dabei an die Versorgungslage des Organismus und passt sich langfristig an [1].

Literatur

  1. Hahn A., Ströhle A., Wolters M; Ernährung – Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2006
  2. DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung), ÖGE (Österreichische Gesellschaft für Ernährung), SGE (Schweizer Gesellschaft für Ernährungsforschung), SVE (Schweizer Vereinigung für Ernährung) (Hrsg.); Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr; Umschau/Braus, Frankfurt a.M. 2000
  3. Löffler G., Petrides P., Heinrich P.; Biochemie & Pathobiochemie, 8.Auflage, Springer Medizin Verlag Heidelberg 2007
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