• Kostenloser Versand
  • Service-Hotline 0800 - 1 38 23 55
EUCELL Shop - zur Startseite wechseln

Genistein – Sicherheitsbewertung

Aufgrund der nicht ausreichenden Datenlage wurde bisher kein maximaler Zufuhrwert für Isoflavone abgeleitet. Isoflavone aus Sojabohnen wie Genistein waren und sind seit Jahren Teil der menschlichen Ernährung ohne Anzeichen auf negative Effekte.

In einigen asiatischen Bevölkerungsgruppen werden über die herkömmliche Ernährung tägliche Mengen von 65 Milligramm Isoflavonen ohne Nebenwirkungen aufgenommen [1]. 
In einer Studie an älteren Männern und Frauen wurden 100 Milligramm pro Tag, eingenommen über 6 Monate, sehr gut vertragen [2].

Empfehlungen für Brustkrebspatienten

Nationale und internationale Fachgesellschaften sehen einen Sojakonsum von 1-2- Portionen pro Tag für Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind oder waren, als unbedenklich an. Eine Portion entspricht dabei beispielsweise 250 Milliliter Sojamilch oder 100 Gramm Tofu, wobei die aufgenommene Menge an Isoflavonen aus Soja bzw. Sojaprodukten zwischen 25 und 50 Milligramm liegt [9]. Zudem stellt eine medikamentöse Brustkrebstherapie mit Tamoxifen oder sogenannten Aromatasehemmern keinen Grund dar, sojahaltige Lebensmittel vom Speiseplan zu streichen [9].

Tierstudien über Soja-Isoflavone und Brustkrebs widersprüchlich

Die Ergebnisse tierexperimenteller Studien sind in ihrer Aussage zur Aufnahme von Soja-Isoflavonen nicht einheitlich. So zeigen einige Studien, dass ein bestehender Tumor des Brustdrüsengewebes durch Isoflavone im Wachstum beschleunigt oder verstärkt werden kann [3]. Andere Studien ergaben durch die Isoflavon-Einnahme ein vermindertes Tumorwachstum oder ein vermindertes Risiko für das Wiederauftreten von Tumoren [4,5]. Die Daten aus den Tierstudien lassen sich aber nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen.

Gesundheitliche Risiken durch Isoflavone für die Schilddrüse

Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen einer hohen Isoflavon-Aufnahme und einem erhöhten Risiko zur Kropfbildung in der Schilddrüse bei gleichzeitigem Jod-Mangel hin. Isoflavone treten bei schlechter Jod-Versorgung mit Jod in Konkurrenz und hemmen einen Enzymschritt, der für die Synthese von Schilddrüsenhormonen notwendig ist [3].

In Tierstudien konnte gezeigt werden, dass durch die Gabe des Isoflavons Genistein eine dosisabhängige Hemmung der Enzymaktivität (Thyroid-Peroxidase) stattfindet [6]. Zudem führte in einer Studie an 14 Frauen vor der Menopause die Einnahme von 128 Milligramm Isoflavonen, über einen Zeitraum von 3 Monaten, zu einer Verringerung der T3-Schilddrüsenhormonspiegel im Blut [7].

In einer Studie mit Frauen, die eine ausreichende Jod-Versorgung aufwiesen, führte die tägliche Gabe von 90 Milligramm Isoflavonen zu keinen negativen Effekten der Schilddrüse [8]. Bei ausreichender Jod-Versorgung ist ein negativer Effekt auf die Schilddrüse durch die Aufnahme von Isoflavonen unwahrscheinlich.

Eine Verminderung der Enzymaktivität führte in keiner Studie zu messbaren Veränderungen der Schilddrüse (Gewebeveränderungen) selbst. Die beobachteten Veränderungen im Hormonspiegel und der Enzymaktivität gingen nach Jod-Gabe wieder zurück und sind somit umkehrbar.

Empfehlungen für Nahrungsergänzungsmittel

Die langfristige Sicherheit von sehr hohen Dosen von Isoflavonen aus Nahrungsergänzungen ist hingegen noch unbekannt, da geeignete Langzeitstudien fehlen. Dies betrifft insbesondere isolierte Isoflavone.

Laut des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sollten Frauen ohne bestehende östrogenabhängige Erkrankungen nach der Menopause (Postmenopause) den täglichen Konsum auf maximal 100 Milligramm Isoflavonen aus Soja und einer Einnahmedauer von bis zu 10 Monaten begrenzen. Diese Zufuhr wird als sicher angesehen und beruht auf Studien, bei denen durch die verwendete Dosierung und Dauer keine negative Effekte der Zielorgane beobachtet wurden. Die Zielorgane betreffen die Brustdrüse, Gebärmutter und die Schilddrüse. 

Da eine unzureichende Datenlage für den Zeitraum um die Menopause (Perimenopause) vorliegt, empfielt das BfR denjenigen Frauen, die genannte Zufuhrmenge und -dauer ebenfalls nicht zu überschreiten. Zudem wird Frauen mit einer diagnostizierten östrogenabhängigen (Krebs-)Erkrankung der Brustdrüse oder der Gebärmutter als Vorgeschichte oder als aktuelle Diagnose empfohlen, keine Nahrungsergänzungen mit isolierten Isoflavonen einzunehmen.

Literatur

  1. Chen Z, Zheng W, Custer LJ, et al.: Usual dietary consumption of soy foods and its correlation with the excretion rate of isoflavonoids in overnight urine samples among Chinese women in Shanghai. Nutr Cancer. 1999; 33 (1): 82-87
  2. Gleason CE, Carlsson CM, Barnet JH, et al.: A preliminary study of the safety, feasibility and cognitive efficacy of soy isoflavone supplements in older men and women. Age Ageing. 2009; 38 (1): 86-93
  3. DFG – Senatskommission zur Beurteilung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Lebensmitteln: Isoflavone als Phytoestrogene in Nahrungsergänzungsmitteln und diätetischen Lebensmitteln für besondere medizinische Zwecke; Endfassung vom 10. November 2006
  4. Shu XO, Zheng Y, Cai H, et al.: Soy food intake and breast cancer survival. JAMA. 2009; 302 (22): 2437-2443
  5. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) (Hrsg.); Ernährungsbericht 2008; Bonn 2008, ISBN 978-3-88749-214-4
  6. Doerge DR, Sheehan DM: Goitrogenic and estrogenic activity of soy isoflavones. Environmental Health Perspectives 110 Suppl 3 (Juni 2002): 349-353
  7. Duncan AM et al.: Soy isoflavones exert modest hormonal effects in premenopausal women. The Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 84, no. 1 (Januar 1999): 192-197
  8. Bruce B, Messina M, Spiller GA: Isoflavone supplements do not affect thyroid function in iodine-replete postmenopausal women. Journal of Medicinal Food 6, no. 4 (2003): 309-316
  9. dkfz. Deutsches Krebsforschungszentrum Krebsinformationsdienst: Soja und Brustkrebs. 22.03.2019; www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2019
  10. Bundesinstitut für Risikobewertung BfR: Nahrungsergänzungsmittel mit isolierten Isoflavonen: Bei Einnahme in und nach den Wechseljahren Orientierungswerte für Dosierung und Anwendungsdauer einhalten. Mitteilung Nr. 043/2015 des BfR vom 16. November 2015
  11. EFSA ANS Panel (EFSA Panel on Food Additives and Nutrient Sources added to Food): Scientific opinion on the risk assessment for peri- and post-menopausal women taking food supplements containing isolated isoflavones. EFSA Journal 2015; 13 (10): 4246, 342 pp.

Die Daten aus den Tierstudien lassen sich aber nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen.

Nationale und internationale Fachgesellschaften sehen Folgendes als unbedenklich an:

  • Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind oder waren, dürfen Soja in Form von Lebensmitteln zu sich nehmen, und zwar täglich 1-2 Portionen (1 Portion entspricht beispielsweise 250 ml Sojamilch oder 100 g Tofu).
    Die aufgenommene Menge an Isoflavonen aus Soja bzw. Sojaprodukten liegt dabei zwischen 25 und 50 mg [9].
  • Eine medikamentöse Brustkrebstherapie mit Tamoxifen oder sogenannten Aromatasehemmern stellt keinen Grund dar, sojahaltige Lebensmittel vom Speiseplan zu streichen [9].

Des Weiteren weisen in-vitro- und Tierstudien auf einen Zusammenhang zwischen einer hohen Isoflavonaufnahme und einem erhöhten Risiko zur Kropfbildung in der Schilddrüse bei gleichzeitigem Jodmangel hin. Isoflavone treten bei schlechter Jodversorgung mit Jod in Konkurrenz und hemmen einen Enzymschritt, der für die Synthese von Schilddrüsenhormonen notwendig ist [3]. In Tierstudien konnte nach Gabe von Genistein-angereichertem Futter eine dosisabhängige Hemmung der Enzymaktivität (Thyroid-Peroxidase) nachgewiesen werden. Dabei reduzierten 40 mg Genistein pro kg Körpergewicht und Tag die Enzymaktivität um 80 %. Dies entspricht umgerechnet 2,8 g (2.800 mg) Genistein pro Tag bei einem 70 kg schweren Menschen. Aber auch Mengen an Isoflavonen, wie sie traditionell in der asiatischen Ernährung aufgenommen werden (ca. 28 mg pro Tag bei 70 kg Körpergewicht) führten zu einem messbaren Aktivitätsverlust [6].

In einer Studie an 14 prämenopausalen Frauen führte die Einnahme von 128 mg Isoflavonen, über einen Zeitraum von 3 Monaten, zu einer Verringerung der T3-Schilddrüsenhormonspiegel im Blut [7]. Eine weitere Studie an ausreichend mit Jod versorgten, postmenopausalen Frauen konnte nach Gabe von 90 mg Isoflavonen pro Tag, über einen Zeitraum von 6 Monaten, keinen Effekt auf die Schilddrüsenhormone und auf die Schilddrüse selbst feststellen [8]. Bei ausreichender Jodversorgung ist ein negativer Effekt auf die Schilddrüse durch die Aufnahme von Isoflavonen unwahrscheinlich.

Eine Verminderung der Enzymaktivität führte in keiner Studie zu messbaren Veränderungen der Schilddrüse (Gewebeveränderungen) selbst. Die beobachteten Veränderungen im Hormonspiegel und der Enzymaktivität gingen nach Jodgabe wieder zurück.

Die langfristige Sicherheit von sehr hohen Dosen von Isoflavonen aus Nahrungsergänzungen, vor allem von isolierten Isoflavonen, ist hingegen noch unbekannt, da geeignete Langzeitstudien fehlen.

Zur Aufnahme isolierter Isoflavone aus Nahrungsergänzungen lässt sich Folgendes sagen [10, 11]:

  • Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kommen zu dem Schluss, dass die in Humanstudien verwendete Dosierung und Dauer der Einnahme, unter denen nachteilige Effekte zumindest auf die untersuchten Zielorgane (Brustdrüse, Gebärmutter und Schilddrüse) nicht beobachtet wurden, als Orientierung für eine als hinreichend sicher anzusehende Verwendung von isolierten Isoflavonen in Nahrungsergänzungsmitteln bei Frauen ohne bestehende östrogenabhängige Erkrankungen in der Zeit nach der Menopause (Postmenopause) anzusehen.
    Die Menge an Isoflavonen aus Soja sollte auf maximal 100 mg pro Tag und die Einnahmedauer auf bis zu 10 Monate begrenzt sein.
  • Angesichts der von der EFSA angesprochenen unzureichenden Datenlage für perimenopausale Frauen sollten aus Sicht des BfR im Falle der Anwendung in der Phase um die Menopause herum die genannten Orientierungswerte bis auf weiteres ebenfalls nicht überschritten werden.
  • Aufgrund der unzureichenden Datenlage ist für folgende Personen die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Isoflavonen nicht zu empfehlen: Frauen,
    • mit einer ehemaligen diagnostizieren östrogen-abhängigen (Krebs-)Erkrankung der Brustdrüse oder der Gebärmutter als Vorgeschichte
    • mit einer entsprechenden aktuellen Diagnose

Literatur

  1. Chen Z, Zheng W, Custer LJ, et al.: Usual dietary consumption of soy foods and its correlation with the excretion rate of isoflavonoids in overnight urine samples among Chinese women in Shanghai. Nutr Cancer. 1999; 33 (1): 82-87
  2. Gleason CE, Carlsson CM, Barnet JH, et al.: A preliminary study of the safety, feasibility and cognitive efficacy of soy isoflavone supplements in older men and women. Age Ageing. 2009; 38 (1): 86-93
  3. DFG – Senatskommission zur Beurteilung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Lebensmitteln: Isoflavone als Phytoestrogene in Nahrungsergänzungsmitteln und diätetischen Lebensmitteln für besondere medizinische Zwecke; Endfassung vom 10. November 2006
  4. Shu XO, Zheng Y, Cai H, et al.: Soy food intake and breast cancer survival. JAMA. 2009; 302 (22): 2437-2443
  5. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) (Hrsg.); Ernährungsbericht 2008; Bonn 2008, ISBN 978-3-88749-214-4
  6. Doerge DR, Sheehan DM: Goitrogenic and estrogenic activity of soy isoflavones. Environmental Health Perspectives 110 Suppl 3 (Juni 2002): 349-353
  7. Duncan AM et al.: Soy isoflavones exert modest hormonal effects in premenopausal women. The Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 84, no. 1 (Januar 1999): 192-197
  8. Bruce B, Messina M, Spiller GA: Isoflavone supplements do not affect thyroid function in iodine-replete postmenopausal women. Journal of Medicinal Food 6, no. 4 (2003): 309-316
  9. dkfz. Deutsches Krebsforschungszentrum Krebsinformationsdienst: Soja und Brustkrebs. 22.03.2019; www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2019
  10. Bundesinstitut für Risikobewertung BfR: Nahrungsergänzungsmittel mit isolierten Isoflavonen: Bei Einnahme in und nach den Wechseljahren Orientierungswerte für Dosierung und Anwendungsdauer einhalten. Mitteilung Nr. 043/2015 des BfR vom 16. November 2015
  11. EFSA ANS Panel (EFSA Panel on Food Additives and Nutrient Sources added to Food): Scientific opinion on the risk assessment for peri- and post-menopausal women taking food supplements containing isolated isoflavones. EFSA Journal 2015; 13 (10): 4246, 342 pp.
Empfehlung
Weil Gesundheit das Wichtigste ist!

Erhalten Sie
als Neukunde
20 % RABATT
auf Ihren ersten
Einkauf!