Natrium

Sicherheitsbewertung

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European food safety authority, EFSA) konnte aufgrund der unzureichenden Datenlage keine sichere tägliche Höchstmenge für Natrium ableiten.

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) hält eine Aufnahme von 6 g (6.000 mg) Kochsalz pro Tag für akzeptabel. Diese Menge entspricht 2.400 mg Natrium und damit etwa dem 4-fachen der Zufuhrempfehlung der DGE für Natrium [3].

Eine hohe Zufuhr von Natrium wird im Hinblick auf die Prävention von Hypertonie (Bluthochdruck) und Osteoporose (Knochenschwund) eher als ungünstig bewertet und ist mit keinem gesundheitlichen Nutzen verbunden. Im Hinblick auf unerwünschte Effekte ist eine hohe Natriumzufuhr kritischer zu betrachten als eine niedrige Natriumzufuhr [2, 3].

Eine überhöhte Natriumzufuhr über konventionelle (herkömmliche) Lebensmittel, d. h. selbst der Verzehr einer sehr kochsalzreichen Kost führt bei Gesunden zu keinen unerwünschten Nebenwirkungen, da überschüssige Mengen Natrium mit dem Urin ausgeschieden werden [2].

Der LOAEL (Lowest Observed Adverse Effect Level) – die niedrigste Dosis eines Stoffes, bei der gerade noch negative Auswirkungen beobachtet wurden – liegt bei einer Menge von 2,3 g Natrium pro Tag (entspricht 5,8 g Kochsalz) [2]. Als unerwünschter Effekt wurde ein Blutdruckanstieg beobachtet.

Unerwünschte Effekte einer zu hohen Natriumzufuhr

Eine überhöhte Zufuhr von täglich 4,6 g Natrium (entspricht 11,7 g Kochsalz) ist mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck verbunden [1]. Allerdings wurde ein Blutdruckanstieg auch schon bei Mengen von 2,3 g Natrium pro Tag beobachtet (5,8 g Kochsalz) [2].

Es existiert keine eindeutige Mengenangabe ab der Natrium bzw. Kochsalz zu erhöhtem Blutdruck führt. In diesem Zusammenhang wird auch eine unterschiedliche Salzsensitivität in der Bevölkerung diskutiert, d. h. einige Menschen reagieren empfindlicher auf Salz als andere. Bei salzsensitiven Menschen kommt es früher zu einer Hypernatriämie (erhöhte Natriumkonzentrationen im Blut) und Hypertonie (Bluthochdruck) während weniger empfindliche Menschen eine hohe Natriumzufuhr ohne Nebenwirkungen vertragen [2].

Des Weiteren kann eine dauerhaft erhöhte Natriumzufuhr zu Ödemen (Wassereinlagerungen) führen.

Durch versehentliche Überdosierung von Kochsalz kam es sowohl bei Säuglingen als auch bei Erwachsenen zu Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen. Die akut toxische Menge von Kochsalz wird mit 35 bis 40 g angegeben (entspricht 14 bis 16 g Natrium). Unerwünschte Nebenwirkungen einer akut zu hohen Natriumzufuhr sind starker Durst, Erbrechen, motorische Unruhe, Zittern bis hin zum Koma und Herzversagen bei extrem hohen Dosen [2].

Als langfristige Risiken einer hohen Natrium- bzw. Kochsalzzufuhr werden Bluthochdruck, ein erhöhtes Apoplex- und Myokardinfarkt-Risiko (Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko) sowie ein erhöhtes Risiko für eine Nephrolithiasis (Nierensteine), Osteoporose und ein Magenkarzinom (Magenkrebs) diskutiert [2].

Literatur

  1. Scientific Committee on Food (SCF) and Scientific Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA) of EFSA, Tolerable Upper Intake Levels for Vitamins and Minerals, European Food Safety Authority 2006, ISBN: 92-9199-014-0
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung: Domke A., Großklaus R., Niemann B., Przyrembel H., Richter K., Schmidt E., Weißenborn A., Wörner B., Ziegenhagen R. (Hrsg.), Verwendung von Mineralstoffen in Lebensmitteln – Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte Teil 2.; BfR-Hausdruckerei Dahlem, 2004
  3. DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung), ÖGE (Österreichische Gesellschaft für Ernährung), SGE (Schweizer Gesellschaft für Ernährungsforschung), SVE (Schweizer Vereinigung für Ernährung) (Hrsg.); Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr; Umschau/Braus, Frankfurt a.M. 2000
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