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Natrium

Natrium ist ein für den Menschen lebensnotwendiger Mineralstoff. Das Mengenelement ist ein positiv geladen (Kation) und stellt das sechsthäufigste Element der Erdkruste dar.

Vorkommen von Natrium

Natrium liegt in der Natur vorrangig in gebundener Form vor. Die bedeutendste Verbindung stellt Kochsalz dar (Natriumchlorid), welches den Wasserhaushalt und das Volumen der Flüssigkeit außerhalb der Zellen (Extrazellulärraum) beeinflusst [13, 14]. 

Gegenspieler von Natrium

Das positiv geladene Kalium ist der wichtigste Gegenspieler von Natrium, unter anderem in der Regulation des Blutdrucks [15, 18]. Während Natrium einen blutdrucksteigernden (hypertensiven) Effekt ausübt, bewirkt Kalium eine Senkung des Blutdrucks. Demnach wird dem Natrium-Kalium-Verhältnis in der Nahrung eine wesentliche Bedeutung zugesprochen [12, 16].

Aufnahme von Natrium

Natrium kann im Dünn- und Dickdarm mittels aktiver und passiver Transportmechanismen aufgenommen (resorbiert) werden. Die aktive Aufnahme des Mineralstoffs in die Schleimhautzellen (Mukosazellen) des Darms erfolgt über verschiedene Transportproteine (Carrier) gemeinsam mit Makronährstoffen, wie Glucose, Galactose und Aminonsäuren, beziehungsweise geladenen Teilchen, wie Wasserstoff (H+) und Chlorid (Cl-)-Ionen.

Natrium wird aufgrund seiner guten Löslichkeit rasch und nahezu vollständig resorbiert (≥ 95 %). Die Absorptionsrate ist weitestgehend unabhängig von der oral zugeführten Menge [8, 10].

Verteilung von Natrium im Körper

Der Gesamtkörpernatriumbestand beträgt beim gesunden Menschen etwa 100 Gramm. 50 % des Natriums im Körper entfallen auf den Extrazellulärraum und 40-45 % befinden sich im Knochengewebe. Die restlichen 5-10 % liegen innerhalb der Zelle (intrazellulär) vor. Natrium ist sowohl quantitativ als auch qualitativ das bedeutendste Kation der extrazellulären Flüssigkeit [1, 3-7, 9-11, 13, 15].

Ausscheidung von Natrium

Überschüssige Mengen an Natrium im Körper werden mit täglich 100 bis 150 Millimol größtenteils über die Nieren und nur geringfügig über den Stuhl eliminiert. 25 Millimol pro Liter gehen täglich mit dem Schweiß verloren. Zudem wird Natrium im geringen Umfang über die Tränenflüssigkeit, die Nasenschleimhaut und den Speichel ausgeschieden [15].

In der Niere wird Natrium filtriert und in den Nierenkanälchen (distalen Tubuli) zu 99 % rückresorbiert [7, 13, 14, 17]. Die Höhe der Natrium-Ausscheidung mit dem Urin ist von der mit der Nahrung zugeführten Menge abhängig. Bei einer täglichen Natrium-Aufnahme von 120 Millimol (~ 2,8 g) werden bei intakter Nierenfunktion etwa 0,5 % des filtrierten Natriums mit dem Urin ausgeschieden.

Aufgrund eines effektiven Leber-Darm-Kreislaufs (enterohepatischen Kreislaufs) wird über die Galle abgesondertes Natrium im Darm weitgehend rückresorbiert.

Regulation der Natrium-Homöostase

Während die Natrium-Konzentration innerhalb der Zellen durch die sogenannte Natrium-Kalium-Pumpe (Na+/K+-ATPase) kontrolliert wird, erfolgt die Regulation der Natrium-Konzentration außerhalb der Zellen über das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) und ein Peptid (triale natriuretische Peptid) [3, 8, 10, 11]. Dieses dynamische System, das die Aufrechterhaltung des Gleichgewichtszustandes von Natrium gewährleistet, wird als Homöostase bezeichnet.

Ein Natrium-Mangel hat eine Reduktion des Extrazellulärvolumens (Hypovolämie), einen Blutdruckabfall, zur Folge. Das dadurch aktivierte RAAS führt zu einer Vielzahl hormonell induzierter Effekte, die in ihrer Gesamtheit bei Vorliegen eines Natrium-Mangels zu einem Anstieg des Natrium- und Wassergehaltes des Körpers und einem Anstieg des Blutdrucks führen [2, 8].

Im Falle einer vermehrten Kochsalzzufuhr und einer daraus resultierenden Zunahme des Blutvolumens (Hypervolämie), einem Blutdruckanstieg, kommt es zur Synthese und Freisetzung des atrialen natriuretischen Peptids (ANP). 

ANP gelangt zur Niere hemmt die Ausschüttung von Renin und somit in der Folge die Aktivierung des RAAS. Dies hat eine gesteigerte Natrium- und Wasserausscheidung der Niere zur Folge, wodurch sich das Extrazellulärvolumen und damit der Blutdruck normalisiert [8, 11].

 

Literatur

  1. Biesalski H. K., Fürst P., Kasper H. et al. (2004) Ernährungsmedizin. Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer. 3. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung: Domke A., Großklaus R., Niemann B. et al (Hrsg.) (2004) Verwendung von Mineralstoffen in Lebensmitteln - Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte. Teil 2. BfR-Hausdruckerei, Dahlem
  3. D-A-CH (2000) Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung (SGE), Schweizerische Vereinigung für Ernährung (SVE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. 1. Auflage, Umschau/Braus Verlag, Frankfurt am Main
  4. Dietl H., Ohlenschläger G. (2003) Handbuch der Orthomolekularen Medizin. Karl F. Haug Verlag, Stuttgart
  5. Elmadfa I., Leitzmann C. (2004) Ernährung des Menschen. 4. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
  6. Falbe J., Regitz M. (Hrsg.) (1998) Römpp Lexikon, Chemie. Band 4 M-Pk. 10., völlig überarbeitete Auflage.Georg Thieme Verlag, Stuttgart
  7. Grunewald R.W. (2003) Wasser und Mengenelemente. 4.2 Natrium. In: Ernährungsmedizin, Prävention und Therapie. Schauder P., Ollenschläger G. (Hrsg.). 2. Auflage. Urban & Fischer Verlag, München
  8. Hahn A., Ströhle A., Wolters M. (2006) Ernährung. Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart
  9. Kasper H. (2004) Ernährungsmedizin und Diätetik. 10. Auflage. Urban & Fischer Verlag, München
  10. Leitzmann C., Müller C., Michel P. et al. (2005) Ernährung in Prävention und Therapie. Hippokrates Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG
  11. Löffler G., Petrides P.E. (Hrsg.) (2003) Biochemie und Pathobiochemie. 7., völlig neu bearbeitete Auflage. Springer Verlag, Heidelberg
  12. Luft F.C., Weber M., Mann J. (1992) Kochsalzkonsum und arterielle Hypertonie. Dt Ärzteblatt; 89: B898-B903
  13. Niestroj I. (2000) Praxis der Orthomolekularen Medizin. Hippokrates Verlag GmbH, Stuttgart 2000
  14. Preuss H.G. (2001) Sodium, Chloride, and Potassium. Chapter 29. In: Present Knowledge in Nutrition. Bowman B.A., Russell R.M. (Eds.). ILSI Press, Washington DC
  15. Schmidt E. und Schmidt N. (2004) Leitfaden Mikronährstoffe. Orthomolekulare Prävention und Therapie. 1. Auflage. Urban & Fischer Verlag, München
  16. Schorr-Neufing U. (2000) Ursachen der Salzsensitivität - Stand der Forschung. Ernährungs-Umschau; 47: 109-111
  17. Seeger R. (1994) Giftlexikon Natrium (Na). DAZ 134: 29-41
  18. Zimmerli B., Sieber R., Tobler L. et al (1992) Untersuchungen von Tagesrationen aus schweizerischen Verpflegungsbetrieben. V. Mineralstoffe: Natrium, Chlorid, Kalium, Calcium, Phosphor und Magnesium. Mitt Gebiet Lebensm Hyg; 83: 677-710
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