EUCELL Shop - zur Startseite wechseln

Natrium

Natrium ist ein für den Menschen lebensnotwendiger Mineralstoff. Das Mengenelement ist ein positiv geladen (Kation) und stellt das sechsthäufigste Element der Erdkruste dar.

Vorkommen von Natrium

Natrium liegt in der Natur vorrangig in gebundener Form vor. Die bedeutendste Verbindung stellt Kochsalz dar (Natriumchlorid), welches den Wasserhaushalt und das Volumen der Flüssigkeit außerhalb der Zellen (Extrazellulärraum) beeinflusst [18, 20]. 

Gegenspieler von Natrium

Das positiv geladene Kalium ist der wichtigste Gegenspieler von Natrium, unter anderem in der Regulation des Blutdrucks [22, 28]. Während Natrium einen blutdrucksteigernden (hypertensiven) Effekt ausübt, bewirkt Kalium eine Senkung des Blutdrucks. Demnach wird dem Natrium-Kalium-Verhältnis in der Nahrung eine wesentliche Bedeutung zugesprochen [15, 23].

Aufnahme von Natrium

Natrium kann im Dünn- und Dickdarm mittels aktiver und passiver Transportmechanismen aufgenommen (resorbiert) werden. Die aktive Aufnahme des Mineralstoffs in die Schleimhautzellen (Mukosazellen) des Darms erfolgt über verschiedene Transportproteine (Carrier) gemeinsam mit Makronährstoffen, wie Glucose, Galactose und Aminonsäuren, beziehungsweise geladenen Teilchen, wie Wasserstoff (H+) und Chlorid (Cl-)-Ionen.

Natrium wird aufgrund seiner guten Löslichkeit rasch und nahezu vollständig resorbiert (≥ 95 %). Die Absorptionsrate ist weitestgehend unabhängig von der oral zugeführten Menge [10, 12].

Verteilung von Natrium im Körper

Der Gesamtkörpernatriumbestand beträgt beim gesunden Menschen etwa 100 Gramm. 50 % des Natriums im Körper entfallen auf den Extrazellulärraum und 40-45 % befinden sich im Knochengewebe. Die restlichen 5-10 % liegen innerhalb der Zelle (intrazellulär) vor. Natrium ist sowohl quantitativ als auch qualitativ das bedeutendste Kation der extrazellulären Flüssigkeit [1, 3-5, 6, 9, 11-13, 18, 22].

Ausscheidung von Natrium

Überschüssige Mengen an Natrium im Körper werden mit täglich 100 bis 150 Millimol größtenteils über die Nieren und nur geringfügig über den Stuhl eliminiert. 25 Millimol pro Liter gehen täglich mit dem Schweiß verloren. Zudem wird Natrium im geringen Umfang über die Tränenflüssigkeit, die Nasenschleimhaut und den Speichel ausgeschieden [22].

In der Niere wird Natrium filtriert und in den Nierenkanälchen (distalen Tubuli) zu 99 % rückresorbiert [9, 18, 20, 24]. Die Höhe der Natrium-Ausscheidung mit dem Urin ist von der mit der Nahrung zugeführten Menge abhängig. Bei einer täglichen Natrium-Aufnahme von 120 Millimol (~ 2,8 g) werden bei intakter Nierenfunktion etwa 0,5 % des filtrierten Natriums mit dem Urin ausgeschieden.

Aufgrund eines effektiven Leber-Darm-Kreislaufs (enterohepatischen Kreislaufs) wird über die Galle abgesondertes Natrium im Darm weitgehend rückresorbiert.

Regulation der Natrium-Homöostase

Während die Natrium-Konzentration innerhalb der Zellen durch die sogenannte Natrium-Kalium-Pumpe (Na+/K+-ATPase) kontrolliert wird, erfolgt die Regulation der Natrium-Konzentration außerhalb der Zellen über das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) und ein Peptid (triale natriuretische Peptid) [3, 10, 12, 13]. Dieses dynamische System, das die Aufrechterhaltung des Gleichgewichtszustandes von Natrium gewährleistet, wird als Homöostase bezeichnet.

Ein Natrium-Mangel hat eine Reduktion des Extrazellulärvolumens (Hypovolämie), einen Blutdruckabfall, zur Folge. Das dadurch aktivierte RAAS führt zu einer Vielzahl hormonell induzierter Effekte, die in ihrer Gesamtheit bei Vorliegen eines Natrium-Mangels zu einem Anstieg des Natrium- und Wassergehaltes des Körpers und einem Anstieg des Blutdrucks führen [2, 10].

Im Falle einer vermehrten Kochsalzzufuhr und einer daraus resultierenden Zunahme des Blutvolumens (Hypervolämie), einem Blutdruckanstieg, kommt es zur Synthese und Freisetzung des atrialen natriuretischen Peptids (ANP). 

ANP gelangt zur Niere hemmt die Ausschüttung von Renin und somit in der Folge die Aktivierung des RAAS. Dies hat eine gesteigerte Natrium- und Wasserausscheidung der Niere zur Folge, wodurch sich das Extrazellulärvolumen und damit der Blutdruck normalisiert [10, 13].

 

Literatur

  1. Biesalski H. K., Fürst P., Kasper H. et al. (2004) Ernährungsmedizin. Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer. 3. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart

  2. Bundesinstitut für Risikobewertung: Domke A., Großklaus R., Niemann B. et al (Hrsg.) (2004) Verwendung von Mineralstoffen in Lebensmitteln - Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte. Teil 2. BfR-Hausdruckerei, Dahlem

  3. D-A-CH (2000) Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE), Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung (SGE), Schweizerische Vereinigung für Ernährung (SVE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. 1. Auflage, Umschau/Braus Verlag, Frankfurt am Main

  4. Dietl H., Ohlenschläger G. (2003) Handbuch der Orthomolekularen Medizin. Karl F. Haug Verlag, Stuttgart

  5. Elmadfa I., Leitzmann C. (2004) Ernährung des Menschen. 4. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart

  6. Falbe J., Regitz M. (Hrsg.) (1998) Römpp Lexikon, Chemie. Band 4 M-Pk. 10., völlig überarbeitete Auflage.Georg Thieme Verlag, Stuttgart

  7. Food and Nutrition Board, Institute of Medicine (2004) Dietary Reference Intakes for Water, Potassium, Sodium, Chloride, and Sulfate. Chapter 6: Sodium and Chloride. National Academies Press; Washington, D.C, 247-392

  8. Food and Nutrition Board, Institute of Medicine (2005) Sodium and Chloride. Dietary Reference Intakes for Water, Potassium, Sodium, Chloride, and Sulfate. National Academies Press; Washington, D.C, 269-423

  9. Grunewald R.W. (2003) Wasser und Mengenelemente. 4.2 Natrium. In: Ernährungsmedizin, Prävention und Therapie. Schauder P., Ollenschläger G. (Hrsg.). 2. Auflage. Urban & Fischer Verlag, München

  10. Hahn A., Ströhle A., Wolters M. (2006) Ernährung. Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart

  11. Kasper H. (2004) Ernährungsmedizin und Diätetik. 10. Auflage. Urban & Fischer Verlag, München

  12. Leitzmann C., Müller C., Michel P. et al. (2005) Ernährung in Prävention und Therapie. Hippokrates Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG

  13. Löffler G., Petrides P.E. (Hrsg.) (2003) Biochemie und Pathobiochemie. 7., völlig neu bearbeitete Auflage. Springer Verlag, Heidelberg

  14. Loria C.M., Obarzanek E., Ernst N.D. (2001) Choose and prepare foods with less salt: dietary advise for all Americans. J Nutr; 131: 536S-551S

  15. Luft F.C., Weber M., Mann J. (1992) Kochsalzkonsum und arterielle Hypertonie. Dt Ärzteblatt; 89: B898-B903

  16. Luft F.C., Weinberger M.H. (1997) Heterogenous responses to changes in dietary salt intake: the salt-sensitivity paradigm. Am J Clin Nutr; 65: 612S-617S

  17. Martindale (2002) The complete drug reference. Thirty-third edition. Sweetman S.C. (Ed.) Pharmaceutical Press, London-Chicago

  18. Niestroj I. (2000) Praxis der Orthomolekularen Medizin. Hippokrates Verlag GmbH, Stuttgart 2000

  19. Ovesen L., Boeing H. for the EFCOSUM Group (2002) The use of biomarkers in multicentric studies with particular consideration of iodine, sodium, iron, folate, and vitamin D. Eur J Clin Nutr; 56: S12-S17

  20. Preuss H.G. (2001) Sodium, Chloride, and Potassium. Chapter 29. In: Present Knowledge in Nutrition. Bowman B.A., Russell R.M. (Eds.). ILSI Press, Washington DC

  21. SCF (1992) Commission of the European Communities. Reports of the Scientific Committee for Food: Nutrition and Energy intakes for the European community. Thirty-first series

  22. Schmidt E. und Schmidt N. (2004) Leitfaden Mikronährstoffe. Orthomolekulare Prävention und Therapie. 1. Auflage. Urban & Fischer Verlag, München

  23. Schorr-Neufing U. (2000) Ursachen der Salzsensitivität - Stand der Forschung. Ernährungs-Umschau; 47: 109-111

  24. Seeger R. (1994) Giftlexikon Natrium (Na). DAZ 134: 29-41

  25. Sheng H.-W. (2000) Sodium, chloride and potassium. In: Stipanuk M, ed. Biochemical and Physiological Aspects of Human Nutrition. Philadelphia: W.B. Saunders Company, 686-710

  26. Souci S.W., Fachmann W., Kraut H. (2000) Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwert-Tabellen. 6. revidierte, ergänzte Auflage. medpharm Scientific Publishers, CRC Press, Stuttgart

  27. Souci S.W., Fachmann W., Kraut H. (2008) Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwert-Tabellen. 7. Auflage. medpharm Scientific Publishers, Stuttgart

  28. Zimmerli B., Sieber R., Tobler L. et al (1992) Untersuchungen von Tagesrationen aus schweizerischen Verpflegungsbetrieben. V. Mineralstoffe: Natrium, Chlorid, Kalium, Calcium, Phosphor und Magnesium. Mitt Gebiet Lebensm Hyg; 83: 677-710

Diese Webseite verwendet Cookies. So können wir Ihnen das bestmögliche Nutzererlebnis bieten. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.