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Kalium – Sicherheitsbewertung

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat letztmalig im Jahr 2006 Vitamine und Mineralstoffe hinsichtlich ihrer Sicherheit bewertet. Aufgrund der Datenlage konnte die EFSA keine sichere tägliche Höchstmenge für Kalium ableiten.

Sichere tägliche Höchstmenge für Kalium

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat auf der Grundlage neuerer Daten eine sichere tägliche Höchstmenge für Kalium zusätzlich zur konventionellen Zufuhr über die Nahrung festgelegt, die bei täglicher, lebenslanger Zufuhr keinerlei Nebenwirkungen hervorruft.

Die sichere tägliche Höchstmenge für Kalium liegt bei 1.000 Milligramm [2].
Die sichere tägliche Höchstmenge für Kalium berücksichtigt nur die Aufnahme von Kalium aus Nahrungsergänzungen und angereicherten Lebensmittel zusätzlich zur Zufuhr über konventionelle Lebensmittel.

Die oben angegebene sichere tägliche Höchstmenge gilt für Kinder ab 4 Jahren sowie für Erwachsene.

Niedrigste Kalium-Dosis mit negativen Auswirkungen: LOAEL

Die niedrigste Dosis von Kalium, bei der gerade noch negative Auswirkungen beobachtet werden konnten, wurde von der EFSA auf 4.200 Milligramm festgesetzt [1]. Demnach ist die minimale Dosis, bei der negative Effekte festgestellt werden konnten, 4-fach so hoch wie die sichere tägliche Höchstmenge.

Höchste Kalium-Dosis ohne negative Auswirkungen: NOAEL

Für die zusätzliche Aufnahme von Kalium aus Nahrungsergänzungen wurde zudem die höchste Dosis von Kalium bestimmt, die auch bei andauernder Aufnahme keine erkennbaren und messbaren negativen Auswirkungen hat. Dieser Wert wurde von der EFSA auf 1.400 Milligramm Kalium pro Tag festgesetzt.

Kein gesundheitliches Risiko einer erhöhten Kalium-Zufuhr über die Ernährung

Für eine hohe Kaliumzufuhr aus der herkömmlichen (konventionellen) Nahrung sind für Gesunde keine negativen Effekte bekannt [2]. Die gesunde Niere scheidet überschüssiges Kalium einfach über den Urin aus.

Die dauerhafte Einnahme von täglich 3.000 Milligramm Kaliumchlorid in Form von Nahrungsergänzungen zusätzlich zur konventionellen Ernährung führte zu keinen negativen Effekten [2].

Gesundheitliche Risiken einer überhöhten Kalium-Zufuhr

Unerwünschte Effekte einer überhöhten Kalium-Zufuhr können in unterschiedlicher Weise in Erscheinung treten. Diese werden im Folgenden aufgeführt [2]:

  • Bei einer überhöhten Kalium-Zufuhr zu therapeutischen Zwecken in Form von Kaliumchlorid-haltigen Tabletten wurden Beschwerden des Magen-Darm-Trakts (Gastrointestinaltrakt) beobachtet. Dazu zählen Magenbeschwerden wie Sodbrennen, Übelkeit (Nausea), Erbrechen, Schleimhautschäden und Durchfall (Diarrhoe). Grund dafür ist eine hohe lokale Konzentration an Kalium nach der Einnahme.
  • Auch ist eine akute Kalium-Vergiftung durch die beabsichtigte oder unbeabsichtigte Einnahme großer Mengen an Kalium-Salzen möglich. In Mengen von bis zu 94 Gramm führte die einmalige Einnahme von Kalium-Salzen zu Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen (Abdominalschmerzen) und Durchfall.
  • Weiterhin hat eine überhöhte Kalium-Zufuhr einen Effekt auf die Aufrechterhaltung des Gleichgewichtes des Kaliumspiegels im Blut (Kaliumhomöostase). Bei einer Dosierung von täglich 44 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht kommt es zu einem leichten Anstieg der Kalium-Konzentration im Blut (Hyperkaliämie). Dies entspricht bei einem 70 Kilogramm schweren Menschen circa 3.080 Milligramm Kalium. Zu Beschwerden einer Hyperkaliämie zählen Muskelschwäche wie "schwere Beine", Atemstörungen und Störungen der normalen Herzschlagfolge (Herzrythmusstörungen).

Obergrenze von Kalium für akute Toxizität

Die EFSA hat als Obergrenze für die akute Toxizität von Kalium einen Wert von 17,5 Gramm pro Tag festgelegt [1]. Allerdings kann bei bekannter oder unbekannter Nierenfunktionsstörung schon eine Zufuhr von 5,9 Gramm Kalium-Salze am Tag zu unerwünschten Nebenwirkungen wie einem Anstieg der Kalium-Konzentration im Blut führen [2]. Diese Menge ist 6-mal größer als die sichere tägliche Höchstmenge für Kalium.

Wie eingangs erwähnt, sind diese Effekte durch eine überhöhte Zufuhr von Kalium aus der konventionellen Ernährung nicht möglich. Durch den Verdünnungseffekt bei der Zufuhr von Kalium über konventionelle Lebensmittel ist nicht mit hohen lokalen Konzentrationen und damit keinen Schleimhautschäden und entsprechenden Nebenwirkungen zu rechnen [2].

 

Literatur

  1. Scientific Committee on Food (SCF) and Scientific Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA) of EFSA, Tolerable Upper Intake Levels for Vitamins and Minerals, European Food Safety Authority 2006, ISBN: 92-9199-014-0

  2. Bundesinstitut für Risikobewertung: Domke A., Großklaus R., Niemann B., Przyrembel H., Richter K., Schmidt E., Weißenborn A., Wörner B., Ziegenhagen R. (Hrsg.), Verwendung von Mineralstoffen in Lebensmitteln – Toxikologische und ernährungsphysiologische Aspekte Teil 2.; BfR-Hausdruckerei Dahlem, 2004

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