Ernährung bei Übergewicht

Fette

Der empfohlene Fett-Anteil beträgt circa 25-30 % des Tages-Energiebedarfs – das entspricht circa 70 g Fett pro Tag (1 g Fett liefert 9,3 Kalorien).

Bevorzugen Sie mageres Fleisch (Filetstücke) beziehungsweise Geflügel. Wurst sollte fettreduziert sein oder greifen Sie zu Geflügelwurst.

Verwenden Sie pflanzliche Streichfette (z. B. Sonnenblumenmargarine) sowie kaltgepresste Pflanzenöle (Olivenöl, Leinöl, Nussöl) und pflanzliche Brotaufstriche. Diese haben einen hohen Gehalt an den gesundheitsfördernden einfach beziehungsweise mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Essen Sie Nüsse (Haselnüsse, Macadamianüsse, Paranüsse, Pecannüsse, Walnüsse) sowie ein- bis zweimal wöchentlich frischen Seefisch (Hering, Makrele, Lachs, Steinbutt). Diese enthalten die mehrfach ungesättigten Omega-3-FettsäurenEPA (Eicosapentaen­säure) und DHA (Docosahexaensäure). Wissenschaftliche Studien belegen den Nutzen der diätetischen Zufuhr dieser Fettsäuren und der Omega-6-Fettsäure Gamma-Linolensäure (GLA) bei Adipositas (Übergewicht).
Verzichten Sie auf Süßwasserfische, sie haben nur einen geringen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren).

Meiden Sie Süßigkeiten, Knabbereien, Fertigmayonnaisen, Fertigdressings, Fertiggerichte sowie frittierte und panierte Speisen.

Achten Sie bei Milch, Milchprodukten und Käse auf den Fettgehalt.

Schränken Sie den Verzehr tierischer Fette, das heißt gesättigter Fettsäuren, ein.

In allen tierischen Lebensmitteln ist die Omega-6-Fettsäure Arachidonsäure enthalten, aus der sogenannte Eicosanoide entstehen, die entzündungsfördernd wirken. Besonders hohe Gehalte finden sich in Schweinefleisch, Schweineschmalz, Leber (Schwein, Rind, Kalb), Leberwurst, Eigelb und Thunfisch. Schränken Sie folglich den Verzehr dieser Lebensmittel ein.

Ebenfalls reduzieren sollten Sie die Aufnahme von Lebensmitteln, die reich an trans-Fettsäuren sind. Trans-Fettsäuren sind ungesättigte Fettsäuren. Sie entstehen durch natürliche Prozesse (Mikroorganismen, die im Pansen von Wiederkäuern vorkommen, hydrieren Fettsäuren aus der Nahrung) sowie durch lebensmitteltechnologische Prozesse (Fetthärtung). Trans-Fettsäuren erhöhen das "schlechte" LDL-Cholesterin und bewirken einen Abfall des "guten" HDL-Cholesterins. Bei der Zubereitung von Speisen können durch starkes Erhitzen von Ölen und Fetten mit einem hohen Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren (z. B. Distel- und Leinöl), z. B. beim Braten bei hohen Temperaturen, trans-Fettsäuren entstehen.

Meiden Sie
daher frittierte Produkte (Pommes frites, Kartoffel-Chips), Backwaren, fetthaltige Süßwaren, Margarinearten, die nur aus einer Sorte Öl hergestellt wurden (Diätmargarinen enthalten keine trans-Fettsäuren) und kaltgepresste Öle zum Braten.

Gewichtsreduktion mit diätetischen Lebensmitteln

Im Rahmen einer Gewichtsreduktion mit diätetischen Lebensmitteln als Mahlzeitenersatz legt der Gesetzgeber genau fest, welchen Anforderungen das Lebensmittel für eine kalorienarme Ernährung entsprechen muss (Anlage 17 zu § 14a Abs. 2, § 21a Abs. 4 Nr. 2, § 21a Abs. 6 Nr. 1 der Diät-Verordnung – Wesentliche Bestandteile von Lebensmitteln für kalorienarme Ernährung).

Im Folgenden die Mindestdefinition bezüglich des Fettgehaltes eines Lebensmittels für eine kalorienarme Ernährung:

  • Der Brennwert der Fette darf 30 % des gesamten Brennwertes des Erzeugnisses nicht überschreiten.
  • Dient das Erzeugnis als Ersatz einer Tagesration, muss es mindestens 4,5 g Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) enthalten.
  • Dient das Erzeugnis als Ersatz einer Mahlzeit, muss es mindestens 1 g Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) enthalten.
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