Pfunds-Kur 2000

Die Pfundskur wurde Anfang der 1990iger Jahre von dem Ernährungspsychologen Prof. Dr. Volker Pudel entwickelt. Das neuste Buch „PfundsFit – Das Abnehmbuch“ erschien 2005 zusammen mit dem Stuttgarter Sportwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang. Seit einigen Jahren wird die Pfundskur als Diätprogramm von der AOK-Krankenkasse angeboten.

Grundsätze und Ziele

Das Ziel der Pfundskur ist die langfristige Änderung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens sowie eine dauerhafte und stabile Gewichtsreduzierung. Das Grundprinzip der Pfundskur basiert auf der Erkenntnis, dass die Hauptursachen für Übergewicht eine zu hohe Fettzufuhr und zu wenig körperliche Aktivität sind. Daher kombiniert dieses Diätkonzept eine fettarme, kohlenhydratreiche Ernährung mit einem Bewegungsprogramm. Im Vordergrund der Diät stehen keine Verbote oder Verzicht, sondern ein selbstständiges Erkennen der bisherigen Ernährungsfehler sowie das allmähliche Erlernen eines gesunden und ausgewogenen Ernährungsverhaltens. Die täglich erlaubte Fettmenge, vor allem aus pflanzlichen Fetten, ist auf maximal 60 g begrenzt. Dafür müssen die Fettaugen auf einer Mahlzeit gezählt werden. Ein Fettauge entspricht 3 g Fett. Folglich sind pro Tag maximal 20 und pro Woche maximal 140 Fettaugen erlaubt. Da Sport eine wichtige Komponente bei der Pfundskur ist, wird ausreichend Bewegung in Form von Bonuspunkten, den sogenannten Fittis, honoriert. Ein Fitti entspricht einem Fettauge, so dass eine zu hohe Fettaufnahme durch Fittis ausgeglichen werden kann. Des Weiteren wandelt, laut dem Entwickler der Pfundskur Prof. Pudel, der menschliche Körper Kohlenhydrate erst dann in Fett um, wenn mehr als 500 g täglich verzehrt werden. Daher gilt es auch diese Grenze nicht zu überschreiten.

Durchführung

Die Basis stellt eine ausgewogene Mischkost dar, die viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und fettarme Milcherzeugnisse beinhaltet. Ergänzt wird dies durch mageres Fleisch und mageren Fisch. Fettreiche Lebensmittel sollten gemieden werden.

Ernährungsphysiologische Bewertung

Vorteile

Die Pfundskur bietet eine ausgewogene Nährstoffrelation sowie eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen. Das Konzept trainiert ein gesundes und ausgewogenes Essverhalten und strebt eine langfristige Ernährungsumstellung an. Positiv zu bewerten ist auch das umfangreiche Sportprogramm. Die langsame Gewichtsreduktion von etwa 0,5 kg pro Woche und das Erlernen einer vollwertigen Ernährungsweise vermindert das Risiko für Weight Cycling.

Nachteile

Die langsame Gewichtsreduktion kann sich negativ auf die Motivation und das Durchhaltevermögen auswirken. Häufiges Außer-Haus-Essen erschwert, die Kontrolle über die Anzahl der täglich zugeführten „Fettaugen“ zu behalten. Außerdem kann auch mit fettreduzierter Ernährung der tägliche Energiebedarf leicht überschritten werden, was sogar zur Gewichtszunahme führen würde.

Fazit

Die Pfundskur eignet sich als Dauerernährung und stellt eine gute Möglichkeit dar, langfristig und gesund Übergewicht abzubauen. Allerdings muss für eine erfolgreiche Gewichtsreduktion neben der Fettaufnahme auch die tägliche Höhe der Energiezufuhr beachtet werden.

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